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Nachdenken über den Rechtsstaat

 eine Veranstaltungsreihe zur Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“

 

Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „Nachdenken über den Rechtsstaat“ zur Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ begrüßen wir
am Donnerstag, 6. Februar 2020, 18.00 Uhr
Saal 2.10, OLG Stuttgart, Archivstraße 15, 70182 Stuttgart



Vors. Richter am OLG a.D. Dr. Wedigo Orlowsky.



Er wird sein anhand reichhaltig vorhandenen Aktenmaterials entstandenes Buch zum Lebensweg und beruflichen Werdegang des letzten Anstaltsleiters, seines Stiefvaters,



„Zuchthaus Brandenburg-Görden 1941-1945 - Der letzte Anstaltsleiter im „Dritten Reich“ - Person und Amt. Juristische Aufarbeitung“



vorstellen.


Das Zuchthaus Brandenburg-Görden gehörte zu den größten Haftanstalten seiner Art im »Dritten Reich«. Zwischen 1941 und 1945 wurden dort mehr als 1900 Todesurteile vollstreckt. Von dort wurden Strafgefangene, die nach der damals herrschenden Doktrin als „asozial“ galten, zur „Vernichtung durch Arbeit“ in Konzentrationslager deportiert.


Die nach dem Krieg zahlreich dokumentierten teils belastenden, teils entlastenden Erinnerungen überlebender Gefangener zeigen, wie unterschiedlich Person und Amtsführung des damaligen Anstaltsleiters wahrgenommen wurden. Gegen ihn geführte staatsanwaltliche Ermittlungen bei der Staatsanwaltschaft Konstanz blieben lückenhaft und unbefriedigend. Gerade bei den gravierendsten Vorwürfen im Zusammen-hang mit den letzten Hinrichtungen am 20. April 1945 oder mit der gegen »asoziale« Gefangene gerichteten Aussonderungsaktion sind wesentliche rechtliche Aspekte nicht in den Blick geraten und stellen vor Fragen, die heute nicht mehr beantwortet werden können.

 

Eintritt frei



Die Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ im Landgericht Stuttgart dokumentiert die nationalsozialistische Strafjustiz und die Radikalisierung der Urteilspraxis von 1933 bis 1945. Weitere Informationen zur Ausstellung finden sich www.hdgbw.de/ausstellungen/projekte/.


Die Veranstaltungsreihe will Fragestellungen der Ausstellung durch weiterführende Vorträge u. ä. auf-greifen und vertiefen. Dabei sollen nicht nur historische Teilaspekte und der Umgang mit der NS-Vergangenheit der Justiz Thema sein, sondern der Blick soll auch auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des Rechtsstaats gerichtet werden.

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