Eine Übersicht über die früheren Veranstaltungen dieser Reihe finden Sie hier
Die Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ im Landgericht Stuttgart dokumentiert die nationalsozialistische Strafjustiz und die Radikalisierung der Urteilspraxis von 1933 bis 1945.
Weitere Informationen zur Ausstellung: https://www.hdgbw.de/ns-justiz-stuttgart/.
Die Veranstaltungsreihe will Fragestellungen der Ausstellung durch weiterführende Vorträge u. ä. auf-greifen und vertiefen. Dabei sollen nicht nur historische Teilaspekte und der Umgang mit der NS-Vergangenheit der Justiz Thema sein, sondern der Blick soll auch auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des Rechtsstaats gerichtet werden.

Vor 80 Jahren fand in Nürnberg der erste Internationale Strafprozess überhaupt statt. Die Verurteilung der NS-Hauptkriegsverbrecher wird bis heute als Meilenstein in der Entwicklung des Völkerrechts gesehen. Die Gründung des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag 1998 stellt den Versuch dar, die Erkenntnisse von Nürnberg in einer ständigen Institution fortzuführen. Heute kämpft der Internationale Strafgerichtshof mit internen strukturellen Schwierigkeiten, wird aber auch von außen massiv angegriffen. Auch zwei Staaten, die nach 1945 die Entwicklung des Völkerstrafrechts gefordert und geprägt haben, bekämpfen die Nachfolgeinstitution des Nürnberger Gerichtshofs massiv. Der Vortrag beschäftigt sich mit dem Erbe von Nürnberg, seiner Bedeutung für das Völkerrecht heute und zeigt Wege aus der aktuellen Krise auf.
Die Ausstellung „NS-Justiz in Stuttgart“ im Landgericht Stuttgart dokumentiert die nationalsozialistische Strafjustiz und die Radikalisierung der Urteilspraxis von 1933 bis 1945. Die Dokumentation beleuchtet u.a. auch die Biografien der Richter und Staatsanwälte des Sondergerichts und der Strafsenate des Oberlandesgerichts, die an Todesstrafen mitwirkten. Die meisten machten ab 1950 wieder Karriere im Justizdienst. Ein eigener Erinnerungsort ist den jüdischen Juristen und Juristinnen im Landgerichtsbezirk Stuttgart gewidmet, die in der NS-Zeit entrechtet, vertrieben und ermordet wurden.
Die Veranstaltungsreihe will Fragestellungen der Ausstellung durch weiterführende Vorträge u. ä. aufgreifen und vertiefen. Dabei sollen nicht nur historische Teilaspekte und der Umgang mit der NS-Vergangenheit der Justiz Thema sein, sondern der Blick soll auch auf aktuelle Entwicklungen und Herausforderungen des Rechtsstaats gerichtet werden.
Weitere Informationen zur Ausstellung finden sie unter https://www.hdgbw.de/ns-justiz-stuttgart/